alter HolztischWas so ähnlich klingt wie die Meerettichpaste, die wir zu Sushi serviert bekommen, ist Ausdruck einer japanischen Philosophie, die den Wert und die Wertschätzung bestimmter Gegenstände und Umstände beschreibt, welche diese im Lauf ihrer Aufgabe, Nutzung und Geschichte über die Jahre hinweg erhalten.

„[…]Die Wurzeln von Wabi-Sabi liegen im Zen-Buddhismus, der im 12. Jhd. von dem Mönch Eisai von China nach Japan gebracht wurde. Zen betont die Entbehrung, die Gemeinschaft mit der Natur und vor allem anderen Ehrfurcht vor dem alltäglichen Leben als wahren Weg zur Erleuchtung.[…] Auf seinen Kern gebracht ist Wabi-Sabi die japanische Kunst, Schönheit in der Unvollkommenheit und Tiefe in der Natur zu finden, den natürlichen Kreislauf von Wachstum, Verfall und Tod zu akzeptieren. Es ist einfach, langsam und ordentlich – und es stellt Authentizität über alles.“

„Im allgemeinen Sprachgebrauch  bedeutete Wabi ursprünglich „traurig“, „allein“ und „einsam“, hat aber die poetische Bedeutung „einfach“, „nicht materialistisch“, „freiwillig bescheiden“ und „im Einklang mit der Natur“ erlangt.
Sabi bedeutet für sich genommen „die Blume der Zeit“. Es beschreibt den natürlichen Verlauf – Stumpfwerden, Ergrautsein, Rost – den erloschenen Glanz dessen, was einmal funkelte. Es ist die Einsicht, daß Schönheit flüchtig ist. Im Lauf der Zeit entwickelte sich die Bedeutung von Sabi zu „Gefallen finden an Dingen, die alt und verblaßt sind.“ Dinge die Sabi sind, tragen die Last ihrer Jahre mit Würde und Anmut: die graue Oberfläche von verwittertem Holz, den Rost auf einer gusseisernen Teekanne, Flechten auf einem verdorrenden, kahlen Zweig im Herbst.

Wir suchen dieses Gefühl, wenn wir Orte aufsuchen, die von den Zeichen der Zeit gekennzeichnet sind: krummes Kopfsteinpflaster in romantischen Straßen, abblätternder Putz auf Häusern, die von vergangener Schönheit erzählen; wenn wir über Flohmärkte schlendern und Gegenstände entdecken, die Ästhetik, Wärme und Besonderheit ausstrahlen aufgrund ihres Äußeren, das durch Alter, Gebrauchsspuren und Patina gekennzeichnet ist, heute auch als shabby chic bezeichnet. Genau diese Dinge scheinen eine Seele und Würde zu besitzen, die neuen und perfekten Gegenständen fehlt.
„Wir suchen Sabi in Antiquitäten  und versuchen es sogar mit künstlich gealterten Möbeln hervorzubringen. Doch wahres Sabi kann nicht erworben werden. Es ist ein Geschenk der Zeit. […]“

 

Auszüge aus Tadao Ando, Der Geist des Wabi Sabi, Lettre International 105

 

Es nährt alles, was authentisch ist, da es drei einfache Wahrheiten anerkennt: nichts bleibt, nichts ist abgeschlossen und nichts ist perfekt. (Richard R. Powell)

 

Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren. (Wilhelm Gundert)

 

Wir bei Wooden Spaces hoffen, dass es uns gelingt Gegenstände herzustellen, deren Qualität,  Aufgabe und Nutzung über viele Jahre hinweg bestehen bleibt, vielleicht sogar über Generationen, und diese mit jedem vergangenen Jahr noch ein wenig mehr Wert und Wertschätzung erhalten. Die Philosophie des Wabi-Sabi liegt uns hierbei am Herzen und unser Ziel ist es, Produkte jenseits von billiger Massenproduktion, in nachhaltiger, sinnvoller und umweltbewußter Qualität herzustellen. Wir bedienen uns eines Materials, das in perfekter Weise für diese Aufgabe geeignet ist. Das Altholz, das verwendet wird, birgt seine eigene Geschichte und Qualität und wird zu einem neuen Produkt mit langer Lebensdauer umgewandelt. Seine Geschichte und Herkunft bleiben erhalten und es bekommt sogar eine neue hinzu…